Risiko raus

Innerbetrieblicher Transport

Heben und Tragen


Im Arbeitsablauf ist es immer wieder erforderlich, zu bearbeitendes Material zu verschiedenen Arbeitsplätzen zu transportieren. Die Last anzuheben, zum nächsten Arbeitsplatz zu tragen und dort wieder abzusetzen, ist die übliche Praxis. Wenn es sich dabei aber um Einzellasten von mehr als 10 kg handelt, ist dies eine Beanspruchung des Muskel- und Bewegungsapparates, die – je nach individueller Konstitution – zu Überlastungsreaktionen des Körpers führen kann. Diese können kurzfristig sein, wie Rückenschmerz oder Hexenschuss. Es können aber auch Dauerschäden, wie Gelenkverschleiß und Bandscheibenvorfälle, entstehen. Oberstes Ziel sollte daher sein, dass Hebe- und Tragevorgänge von schweren Lasten im Arbeitsablauf möglichst minimiert werden.

Technische Maßnahmen:

  • Möglichst Transportmittel einsetzen (Hubwagen, Rollies, Sackkarren und Rohrbahnen).
  • Höhenunterschiede, über die gehoben werden muss, beseitigen – z. B. durch Rollbahnen und Hebehilfen.
  • Kontinuierlich die Möglichkeit überprüfen, Hebehilfen einzusetzen.

Organisatorische Maßnahmen:

  • Arbeitsabläufe so planen, dass Hebe- und Tragetätigkeiten minimiert werden; insbesondere kein Heben mit Rotation zur Seite, z. B. beim Umsetzen von Eurokisten.
  • Gefährdungsbeurteilung nach Leitmerkmalmethode Heben, Halten, Tragen bzw. Ziehen, Schieben durchführen. Hilfe unter www.baua.de.
  • Grenzgewichte beim Heben und Tragen nicht überschreiten*
 FrauenMänner
Im Allgemeinen zumutbar**< 10 kg < 15 kg
Unter Einschränkungen und
unter optimalen Bedingungen
bis 15 kgbis 25 kg
Mit Schutzmaßnahmen oder
in Ausnahmefällen
> 15 kg> 25 kg
*   Insgesamt darf körperlich anstrengende Arbeit nur körperlich geeigneten Personen zugeteilt werden.
     Dabei müssen Konstitution, Gesundheitszustand und Alter berücksichtigt werden.
** Ausnahmen: Jugendliche, Ältere, Leistungsgeminderte sowie Frauen gem. Mutterschutzgesetz



Organisatorische Maßnahmen (Fortsetzung):

  • Heben und Tragen schwerer Lasten reduzieren:
    • Transportmengen auf mehrere Einheiten aufteilenWeglängen beim Transport begrenzen (max. 10 m ohne Absetzen)
    • Materialien in kleineren Einheiten bestellen
    • Materialien in kleineren Einheiten bestellen
    Wenn trotzdem noch schweres Heben erforderlich ist, sollte dies zu zweit erfolgen.


Personenbezogene Maßnahmen:

  • Mitarbeiter zum richtigen Heben und Tragen unterweisen
    • Körpernah und beidhändig symmetrisch
    • Heben möglichst gerade, mit senkrechter Wirbelsäule „aus den Knien heraus“
    • Ohne Zwangshaltung, Verdrehung und Seitneigung
  • Rückenschule zur Stärkung der Rückenmuskulatur.
  • Richtige und gesunde Schuhe mit festem Sitz und fester Ferse, mit flachen breiten Absätzen und ausgeformtem Fußbett zur Verfügung stellen.


Trotzdem ist es wichtig, sich bei der Arbeit zu bewegen. Der menschliche Bewegungsapparat ist eher zur dynamischen Bewegung gebaut als zum Stillhalten.


Einsatz von Hebehilfen

Eine Hebehilfe ist ein Gerät, das zur leichteren Handhabung von Lasten dient. Dadurch können Arbeitsabläufe deutlich effizienter und für den Mitarbeiter schonender ausgeführt werden.

Der konsequente Einsatz von Rollis, Sackkarren und Hubwagen, z. B. beim Transport von Kisten, erspart das Tragen von Lasten und verringert die körperliche Belastung. Trotzdem müssen die Lasten immer wieder umgesetzt und Höhenunterschiede durch Anheben und Absetzen ausgeglichen werden. Diese teilweise erhebliche Wirbelsäulenbelastung lässt sich durch den Einsatz von Hebehilfen vermindern.

Eine fahrbare Hebehilfe ermöglicht das problemlose Anheben bzw. Absenken der Materialkisten auf die jeweils erforderliche Arbeitshöhe auf Knopfdruck, je nach Bauart bis zu einer Last von 150 kg. Zudem können die Lasten, auch Kistenstapel, bequem von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz verfahren werden.

Hebehilfen finden im Betrieb viele weitere Einsatzgebiete, wie etwa beim Wechsel von Folienrollen in der Verpackung.

Da sich Arbeitsabläufe verändern, sollte kontinuierlich überprüft werden, ob ein Einsatz von Hebehilfen das Heben und Tragen von Waren verringern und gleichzeitig den Arbeitsablauf erleichtern könnte.
 


Weitere Informationen:

Unfallmeldung

Arbeits- und Wegeunfall
Ein Unfall ist geschehen - Was ist zu tun?

Präventionskampagne

Denk an mich. Dein Rücken
Ziel der Kampagne: Rückenbelastungen bei der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit verringern.

Qualifizierung

Ausbildungszentrum BGN Reinhardsbrunn
Arbeits- und Gesundheitsschutz zum Anfassen

Aufsichtspersonen

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